Studie zeigt: Shuttle-System sorgt für 97% weniger Autos in Hamburg

flinc GmbH simuliert mit anonymisierten Daten von Telefónica NEXT den Stadtverkehr von morgen

Im Schnitt bleibt ein Auto in Deutschland am Tag 23 Stunden ungenutzt – und erzeugt damit im parkenden Zustand immense Kosten. Und egal, ob Carsharing oder Privatfahrzeug: pro Fahrt sind bis heute im Schnitt nur 1,5 Personen an Bord. Gleichzeitig führt der motorisierte Individualverkehr zu überlasteten Innenstädten, zahlreichen Verkehrsunfällen, extremen Umwelt- und Klimabelastungen und Krankheiten durch Stress.

Verkehrsaufkommen im Vergleich

Die Studie der flinc GmbH untersucht die Auswirkungen eines haltestellenbasierten Shuttle-Systems auf den motorisierten Individualverkehr in Hamburg. Das Shuttle-System kombiniert die Stärken des öffentlichen Nahverkehrs mit den Vorzügen des eigenen Autos und egalisiert gleichzeitig deren Nachteile. Das System berechnet auf Basis der Nachfrage die günstigste Route und bringt mehrere Passagiere mittels Pooling schnell und bequem ans Ziel.

Mithilfe anonymisierter Mobilfunkdaten von Telefónica NEXT wurde die komplette Ersetzung von Privatfahrzeugen in der Stadt Hamburg durch ein Shuttle-System untersucht. „Diese Simulation bietet die Grundlage für einen On-Demand-Verkehr, der durch die bessere Auslastung bestehender Ressourcen ein neues Verkehrsmittel darstellt“, sagt Dr. Klaus Dibbern, CEO der flinc GmbH.

Die Studie beweist, dass ein Shuttle-System im Vergleich zum aktuellen Autoverkehr immense Vorteile hat: 97% weniger Autos, Halbierung der Gesamtkosten pro Kilometer, kürzere effektive Wegzeiten sowie rund 61% weniger gefahrene Kilometer. Die geringere Verkehrsbelastung führt zu einer deutlich besseren CO2-Bilanz sowie erheblicher Reduktion von Lärm- und Feinstaubemissionen.

„Die Gestaltung zukünftiger urbaner Mobilität ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Unsere Kooperation mit flinc zeigt sehr anschaulich, wie unsere Daten einen sinnvollen Beitrag zu besserem und umweltfreundlichem Verkehr leisten können“, sagt Florian Marquart, Geschäftsführer der Telefónica NEXT und zuständig für den Bereich Advanced Data Analytics.

Stau wird durch ein Shuttle-System nahezu vollständig eliminiert, da der Wegfall von Privatfahrzeugen mit einem deutlich besseren Verkehrsfluss und weniger gefahrenen Kilometern einhergeht – bei höherer Flexibilität. Bereits 100 Shuttles wirken sich positiv auf das Verkehrsbild aus und können ohne Mehrkosten dazu beitragen, die ÖPNV-Anbindung zu verbessern. Damit ermöglicht ein Shuttle-System Städten und Verkehrsbetrieben schon heute, einen Teil der für selbstfahrende Autos notwendigen Infrastruktur zu entwickeln und wertvolles Know-how für zukünftige Mobilitätsangebote zu generieren.

Diese Studie zeigt, dass auf Basis bestehender Technologien und sinnvoller Datenanalyse der Stadtverkehr positiv beeinflusst werden kann. Dadurch lassen sich folgenschwere Probleme lösen und neue Freiräume für urbanes Leben schaffen.

Die Studie „Erneuerung der städtischen Mobilität: Wie kann ein Shuttle-System den kompletten motorisierten Individualverkehr in Hamburg ersetzen?“ ist ab sofort als Download auf www.flott-shuttle.de/studie verfügbar.

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Autor: Sabine Plomer